München

Emil Nolde. Meine Art zu malen…

Ausstellungsintegrierte Präsentation in der Pinakothek der Moderne, München
März 2022 bis Februar 2023

Emil Nolde ist in der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne unter anderem mit einem seiner frühen Schlüsselwerke „Tanz um das goldene Kalb“ von 1910 prominent vertreten. „Meine Art zu malen ist ohne alle Kunststücke…“ – wie dieses titelgebende Zitat des Künstlers im Hinblick auf seine Maltechnik und Künstlermaterialien zu verstehen ist, beleuchtet von März 2022 bis Februar 2023 eine kunsttechnologische Präsentation innerhalb des Museumsrundganges der Pinakothek der Moderne.

Die expressive Wirkung der Malerei Emil Noldes erwächst aus dem bewussten und variantenreichen Umgang des Künstlers mit seinen Materialien. Anhand des Münchner Gemäldebestandes wird dem Werkprozess Noldes vom Aufspannen der Leinwand bis zur Pinselschrift nachgespürt. Die Besonderheiten von Noldes Arbeitsweise zwischen Kalkül und ‚inszenierten Zufall‘ werden aufgezeigt, die Gestaltungsabsicht des Künstlers in Verschränkung, aber auch in Abgrenzung zu seinen Zeitgenossen verdeutlicht. So lässt sich etwa sein nuancierter Einsatz von vielfarbigen Grundierungen, die üppige, gleichsam modellierende Verwendung unvermischter Malfarben, Übertragungstechniken von Aquarellvorlagen sowie spätere Überarbeitungen in der unmittelbaren Nachbarschaft seiner Zeitgenossen – vom Postimpressionismus beeinflusste Maler über Bauhaus- bis zu Brücke-Malern – in exzellenter Weise vergleichend erleben.

Dank neuester bildgebender Untersuchungsverfahren können diese jüngsten Forschungen im Vergleich mit den Originalen anschaulich visualisiert werden. In einer Medienstation komplementieren dafür Röntgen- und Infrarotaufnahmen, Röntgenfluoreszenz-Scans und Mikroskopbilder sowie Vergleichswerke aus der in München nicht vertretenen Früh- und Spätphase die Präsentation. Anhand von Realia aus dem umfangreichen Ateliernachlass werden zudem Wahl und Qualitätsanspruch sowie der individuellen Umgang Noldes mit seinen Malfarben veranschaulicht.

Die Präsentation gibt somit einen Einblick in die aktuelle kunsttechnologische Forschungsarbeit der Münchner Pinakotheken. Regelmäßige Expertenführungen, darunter auch thematisch zugeschnittene für Kinder und Jugendliche, werden angeboten.